baška auf krk: jetzt in „echt“

nun hat die fleischmannschaft nicht nur reise geplant, sie ist auch aufgebrochen, um sie anzutreten.

der bus war schnell vollgepackt. witzig ist, dass es für die frau der fleischmannschaft völlig egal ist, ob sie 3 wochen oder 5 tage unterwegs ist. sie hat einfach immer zu viel mit. es ist jedoch schon so, dass die entscheidung, welches kleidungsstück dann bevorzugt getragen wird, erst vor ort gefällt wird.

eine schlechte entscheidung war, den reisetag dann zu wählen, wenn alle fahren. wir hatten schon auf der südautobahn sehr viel verkehr, sodass es unmöglich war, mit tempomat zu fahren, was den alten schachtelbeinen und besonders knien nicht besonders gut bekommt. auch auf der grenze in spielfeld war stau und danach auf der strecke, die das navi über zagreb ausgerechnet hatte und nochmals bei etlichen baustellen bereits in kroatien.

überhaupt war diese strecke die weniger gute wahl. zurück sind wir dann über rijeka und ljubljana gefahren, was erstens weit billiger war, zweitens ohne staus und drittens eine etwas ärger steile strecke ohne leitplanken ausschloss.

für slowenien wird eine vignette gefordert, die völlig überteuert ist, wenn über zagreb gefahren wird. da ist das stückerl nämlich echt nicht der rede wert, bis man nach kroatien gelangt. bei der anderen strecke hingegen zahlt sich diese vignette dann durchaus aus und die maut in kroatien beläuft sich nur auf ein klitzekleines stück, was lediglich mit 15 kuna zu buche schlägt.

es ist jedoch schon so, dass uns jetzt eigentlich wurscht ist, wieviel maut wir bezahlen, wenn die strecke, die bessere wäre. in diesem fall aber, bezahlt man für autobahnen maut, die erst im jahre schnee fertig sein werden, denn auch im vorjahr standen wir genau an den gleichen baustellen.

blick aus unserem bus

nach siebeneinhalb stunden fahrt, von wien aus, erreichten wir „unseren“ campingplatz bunculuka. wir hatten schon von daheim einen platz mit meerblick gebucht, den wir dann auch gleich fanden. nicht unerwähnt bleiben soll, dass wir von unseren lieben freunden bereits empfangen wurden, möglicherweise würden wir sonst ohnehin noch immer suchen. die stellplätze liegen terrassenartig. unsere freunde standen auf den günstigeren plätzen comfort mare, hatten jedoch den wesentlich schöneren blick über das meer. wir bezahlten premium mare, wahrscheinlich, weil wir näher zum meer hatten. unser platz war unter hohen bäumen, die den oberen plätzen fehlten. wir mussten schon etwas weiter hinunter kurven, da waren wir doch froh, in den teilweise engen zufahrtswegen „nur“ über einen bus zu verfügen. wir möchte uns nicht ausmalen, wie es ist, mit einem „richtigen“ wohnmobil da hinab zu müssen. gleich gegenüber war auch der waschplatz, was sich dieses mal als sehr günstig erwies, denn unsere wasserpumpe hatte den geist aufgegeben und wir konnten weder unsere toilette noch das waschbecken benützen.

wir hatten glück, bei unserer späten ankunft um 21h war das, sehr stylische, restaurant noch geöffnet und wir speisten eine fischplatte.

baška wurde dann am nächsten tag besucht, zunächst zu fuß.

die stadt schaut einem bereits entgegen. davor der strand mit türkisem meer, traumhaften pflanzen am wegesrand und kaum touristen.

bei unserem spaziergang begleitet uns auch der grandiose, pyramidale duft folgender pflanze. leider weiß ich hier nicht, um welchen strauch bzw. baum es sich handelt und auch die anfrage in einer gartengruppe auf fb hat kein befriedigendes ergebnis geliefert. vielleicht könnt ihr mir helfen?

da es mittag ist, wird ein empfohlener imbissstand aufgesucht und kleine sardinen bestellt, die einfach himmlisch schmecken. der laden ist gut frequentiert, was die frische der fische gewährleistet.

leider werden sie auf einem plastikteller kredenzt.

die altstadt weiter oben, mit ihren engen gässchen, feigenbäumen, die aus dem nichts, respektive aus dem beton wachsen und kleinen kirchen, ist besuchenswert.

am nächsten tag erkunden wir die weiteren buchten, die ausschließlich durch klettern auf mehr oder weniger steilen steinwegen zu erreichen sind.

bei der dritten bucht muss bzw. will ich stoppen. natürlich ist jede bucht ein gedicht, aber mir werden die steine dann doch zu rutschig, da sie ziemlich glatt sind. wir bleiben dann noch etwas in der sonne liegen und auch die erste kurze abkühlung im ca. 21 grad kalten wasser wird genossen.

natürlich immer mit hut, da frau im gesicht gerne die noble blässe bevorzugt. in jungen jahren als braten noch „in“ war, habe ich mir bereits einige pigmentflecken zugezogen, diese möchte ich nicht noch verstärken. bekräftigt wurde diese abneigung auch durch luci, eine bekannte meiner eltern, die auch im altenschachtelalter noch auf silberfolien lag, weil diese die sonnestrahlen reflektierten. sie hatte eine hässliche runzelige alte lederhaut und starb zwar braun gebrannt, aber recht jung.

eine lieblingsbeschäftigung beim campen ist die zubereitung von salat. was daheim oft schnelle arbeit bedeutet, wird im urlaub zur entschleunigenden geschätzten tätigkeit. wir schneiden beide für unser leben gern gemeinsam am campingtisch sitzend, bier oder wein trinkend, des abends, gemüse. meistens grillen wir auf dem elektrogrill oder in den racletteschalen zucchini überbacken mit käse. dazu gibt es dann den pyramidalen salat.

„pyramidal“ ist das kreierte sommerwort 2017, das dann bei besonders wertvollen begebenheiten oder dingen verwendung findet.

wir wechseln ab, das heißt wir gehen ungefähr jeden 2. tag essen. diesmal wählen wir einen insiderinnentipp, den ich auf facebook erhielt. das restaurant oder landestypisch die konoba heißt mareta und ist das einzige, wo die tische in der abendsonne liegen.

wir bestellen einen branzino, einen wolfsbarsch und staunen nicht schlecht, als wir die rechnung erhalten, denn 50 euro sind in kroatien doch geschmalzen. allerdings muss auch erwähnt werden, dass dies der beste fisch war, den wir jemals gegessen hatten. da können auch geliebte ungarische forellen nicht mit. das heißt, jeder euro war gut investiert.

am nächsten tag steht eine wanderung am plan. wir gehen den weg zum mond („put ka mjesecu“). ausgangs- und endpunkt ist baška. heute fahren wir mit dem rad, einzig die etwas höheren stufen gleich nach dem campingplatz stellen eine herausforderung dar. hier heißt es schieben. ein asphaltierter weg führt zunächst zum friedhof mit der kirche „Sv. Ivan“, die majestätisch über dem ort thront.

lustig am rande ist die tafel im inneren der kirche:

der friedhof mit blick auf das meer liegt wirklich wunderschön, dennoch stelle ich es mir beschwerlich vor, häufig meine lieben verstorbenen dort zu besuchen. allerdings kann die straße auch mit dem auto befahren werden. dies ist jedoch nichts für mich, denn wenn auf der einen seite der abgrund lauert und sich zwei autos begegnen, dann wäre dies möglicherweise gleich meine letzte reise.

ein leicht begehbarer, mäßig steiler schotterwaldweg führt zum „plateau des mondes“ („plato mjeseca“).

bereits am weg befinden sich einige stellen mit herrlicher aussicht. oben jedoch kann rundum geblickt werden. wir beschließen, den gipfel des veli hlam nicht besteigen zu wollen. einerseits wird vor giftigen schlangen gewarnt, andererseits ist der weg auf der mondlandschaft jetzt nicht so wahnsinnig aufregend für uns, zudem es auch noch ziemlich sonnig ist.

wir beschließen, einen anderen, auch im plan angegebenen, weg zurück zu wählen, hätten wir vorher gewusst, wie steil und unangenehm der grünmarkierte weg sich gestalten würde, wären wir wieder am gleichen weg hinuntermarschiert. keine bäume, nur schottersteine und größere steine warten auf uns. es wundert uns gar nicht, dass uns nur ein einsamer verschwitzter, sogar etwas korpulenter älterer herr begegnet. hinauf wäre das ganze noch unerträglicher gewesen. dummerweise rutscht die alte schachtel auch aus. ein blauer fleck und kurzfristige schmerzen in der hand sind die folge. leider lesen wir auch die wegbeschreibung erst im anschluss. es wird extra auf darauf hingewiesen, dass es sich um einen etwas schwierigen weg handelt, der auch tunlichst nicht alleine begangen werden sollte.

unser tipp wäre, den blaumarkierten weg wieder zurückzuschreiten, das gestaltet sich als wesentlich schöner und erholsamer!

in den zeiten zwischen wandern und besichtigen liegen wir am strand. sonnenschirme kosten zu dieser zeit nichts und es findet sich sogar immer einer infront, erste reihe fußfrei.

der strand ist einfach traumhaft schön, fast karibisch.

zumal wir sonst in kroatien häufig nur betonplattenstrand vorgefunden hatten. der einstieg ins wasser gestaltet sich dann für mich immer besonders schwierig. hier jedoch waren zunächst größere weiße steine, die zum meer hin immer kleiner werden. einige stellen hatten auch sand.

im wasser selbst haben wir nicht einmal die stylischen wasserschuhe gebraucht. es ging flach in das glasklare türkise wasser hinein.

am letzten tag bewundern wir noch die stadt krk, bevor wir nun den weg über rijeka heimwählen. die altstadt ist einen besuch wert, obwohl uns beispielsweise trogir mit den alten bepflasterten wegen wesentlich besser gefallen hatte. da es aber am rückweg liegt, wurde die stadt einfach noch „mitgenommen“.

nachdem uns unsere freunde empfohlen hatten, für den höchsten genuss noch bei trojane von der autobahn zu fahren, warteten die besten, flaumigsten und größten krapfen auf uns.

summa summarum, baška auf krk ist eine reise wert. sollte fkk und campen für euch keine hinderungsgründe darstellen, ist der campingplatz bunculuka besonders zu empfehlen, denn hier und in den nächsten buchten, die allerdings dann nur zu fuß erreichbar sind, befinden sich die schönsten strände. gebetsreuther bietet hier auch unterkünfte an.

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