AUTOPHAGIE/ INTERMITTIERENDES FASTEN

Autophagie: Verjüngungskur und Putzplan der Zelle

Quelle: (Foto: 大臣官房人事課 / Wikipedia / CC BY 4.0)

2016 wurde Yoshinori Ohsumi für seine Forschungen über Autophagie mit dem Nobelpreis ausgezeichnet.

Autophagie bedeutet auf Deutsch „Selbstverdauung“ – unter dem Mikroskop ist dieser Vorgang, im Inneren von Zellen, gut zu beobachten.

Dabei handelt es sich um einen eingebauten Putzplan innerhalb der Zellen. Alles was nicht mehr gebraucht wird, kann die Zelle selbst verdauen und in einer anderen Form wiederverwerten. Eine von mindestens 35 Genen perfekt gesteuerte Recycling-Anlage. Oshumis Studien erklären, warum der Mensch gewisse Fastenzeiten einhalten sollte.

In Fastenzeiten, wenn Nachschub an Nährstoffen fehlt, greift die Zelle auf eigene Ressourcen zurück. Sie zerlegt, was nicht benötig wird und verwendet es für dringendere Aufgaben. Dabei verjüngt sich die Zelle und bleibt gesund. Insulin, das zur Verdauung nötig ist, hemmt diesen Prozess der Selbstverdauung. Daher sind Pausen zwischen Mahlzeiten sinnvoll.

Es konnte gezeigt werden, dass Krebserkrankungen begünstigt werden können, wenn der Autophagieprozess nicht einwandfrei funktionieren kann. Das ist dann der Fall, wenn keine ausreichenden Pausen zwischen den Mahlzeiten eingehalten werden. Dann wird die Zelle zum Schuttablageplatz defekter Eiweiße. Auch die Entstehung von Diabetes wird damit in Zusammenhang gebracht. Im Alter scheint die Autophagie-Aktivität der Zellen nachzulassen. Ist die Müllabfuhr der Nervenzellen im Gehirn behindert, begünstigt dies Krankheiten wie Alzheimer und Parkinson.

Der Prozess der Autophagie kann umso besser in Gang kommen, je länger die Pausen zwischen den Mahlzeiten sind.

Univ. Prof. Dr. rer. nat. Frank Madeo (Karl-Franzens-Universität Graz) spricht in diesem Zusammenhang von 24 Stunden Pause, um sicher zu gehen. Wird in diesen 24 Stunden keine feste Nahrung konsumiert, ist der Prozess der Autophagie im Blut nachweisbar. Aus vielen anderen Studien ist bekannt, dass erste gesundheitsfördernde und messbare Effekt bereits nach 15- 16 Stunden in verschiedenen Organen eintreten.

INTERMITTIERENDES FASTEN

Intermittierendes/ periodisches oder auch Intervall-Fasten nützt das Momentum, das durch die Schlafenszeit ohne Nahrungsaufnahme ohnehin entsteht. Die Überlegung besteht darin, entweder das Frühstück oder das Abendessen ausfallen zu lassen. Nach diesen 16 Stunden Nahrungsaufnahmepause werden bereits merkbare und messbare Effekte auf die Gesundheit erzielt. Wer das nicht schafft, könnte das Frühstück oder Abendessen auf später verschieben, damit die Essenspause von ca. 16 Stunden aufrecht erhalten bleibt. Als 3. Möglichkeit könnte das Frühstück oder Abendessen als ketogene Mahlzeit gestaltet werden (Gemüse und Fette). Durch das Fasten werden aus den Fettreserven Ketonkörper gebildet. Diese übernehmen eine Schutzfunktion im Organismus. Durch ketogene Fetternährung wird die Autophagie nicht unterbrochen und die Ketonkörper bleiben erhalten, obwohl wieder etwas gegessen wurde. Das kann dann beliebig ausgeweitet werden:

  • entweder 2 Mahlzeiten mit 16 stündiger Pause,
  • bis zu einer einzigen Mahlzeit pro Tag,
  • oder auch der empfehlenswerten 1:1 (oder 10:2) Ernährungsweise, wo einen Tag gefastet wird, am 2. dann gegessen werden darf (Bernhard Ludwig).

Dabei ist es jedoch ausgesprochen wichtig, das einmal gewählte Konzept beizubehalten.

Acht Wochen lang sechzehn Stunden pro Tag zu fasten, hat laut Studienergebnissen bereits einen deutlichen Effekt auf die Gesundheit. Wer zusätzlich 2x im Jahr auch noch am Stück 4-10 Tage fastet (beispielsweise nach Dr. Buchinger), legt den Grundstein zu bester Gesundheit auch im Alter.

Intermittierendes Fasten ist keine Diät. Der gefürchtete Jo-Jo-Effekt bleibt aus, einmal erreichtes Gewicht, beispielsweise durch Fasten nach Dr. Buchinger oder Basenfasten kann damit problemlos gehalten werden. Natürlich nur dann, wenn zu diesen beiden Mahlzeiten nicht unsinnig viel Fastfood mit Limonaden verdrückt werden.

Begleitend zum gesunden Ess- und Trinkverhalten ist auch regelmäßige Bewegung (beispielsweise Smoveywalks als Ausdauertraining und Krafttraining) wichtig, damit Muskeln erhalten bleiben.

Mythos: Frühstück

Laut Prof. Madeo ist es auch egal, welche Mahlzeit weggelassen wird! Jeder Mensch ist anders, hier gibt es kleine Vereinheitlichung. Fällt es vielen Menschen leicht am Abend nichts zu essen, brauchen andere wiederum kein Frühstück. Keine Studie konnte die Wirksamkeit des Frühstücks bestätigen! Viel wichtiger ist es, Zwischenmahlzeiten zu meiden, bei den Mahlzeiten ordentlich zu essen und in der Folge den einmal gewählten Termin der Mahlzeiten, wenn möglich, zu belassen.

SPERMIDIN

Studienergebnisse von Prof. Frank Madeo belegen die Wirkung von SPERMIDIN und Fasten als wahren Jungbrunnen und als Lebensverlängerungselexier.

Madeo schreibt auch in seinem Buch „Hymne auf ein liederliches Leben“ vom ungesunden ununterbrochenen Völlern. Fasten hilft bei der Regulierung des Blutdrucks, bei der Vorbeugung oder Heilung von Rheuma, Arthritis und beugt Demenz vor. Erhält der Körper kein Essen und fastet, wird körpereigener Müll vertilgt. Mit dem Alter nimmt sowohl die Fähigkeit Autophagie auszulösen ab als auch der Spermidingehalt im Körper und die Schrottberge werden im Gegenzug größer. Ausnahmen bestätigen jedoch die Regel: Hundertjährige haben eine hohe Anzahl an Spermidin! Durch Fasten und Gaben von Spermidin kann jedoch der altersbedingte Abfall der Autophagie angehalten werden. Das Leben wird durch körpereigene Müllentsorgung verlängert. Dies wurde bei Mäusen, Fliegen und menschlichen Immunzellen bewiesen. Das Herz profitiert in besonderem Maße.

Spermidin ist in größeren Mengen natürlich im Sperma, daher auch der Name aber auch in: Weizenkeimen, Sojabohnen (Natto, fermentierte Sojabohnen), Zitrusfrüchten, Salat, gereiftem Käse (stark fermentiertem Käse, welcher vom Teller rinnt), frischem grünen Pfeffer, Durian (asiatische Stinkfrucht) und Pilzen (besonders Mandelpilz und Bolivien-Champignons) enthalten.

Fasten oder die Einnahme von Spermedin setzen den Prozess der Autophagie in Gang. Dadurch kann der Alterungsprozess verlangsamt werden!