aus alt mach neu

auch wenn patina und rost häufig reizvoll sind, passen sie nicht überall hin.

wenn ich rost sehe und höre, denke ich automatisch an hans krankl:

meine beetumrandung sollte jedoch schneewittchengleich glänzen. deshalb begab ich mich ins örtliche lagerhaus und besorgte eine spühdose mit elfenbeinfarbenem lack.

zunächst mussten die einzelteile mit einer drahtbürste gesäubert und geglättet werden. dies ist der härtere teil der erneuerung, denn alleine das geräusch, das die bürste erzeugt, verursacht gänsehaut und ist wahrlich kein ohrenschmaus. pappendeckel und zeitungspapier waren dann rasch auf der wiese verlegt und so konnte ich dann im anschluss meine sprühorgie starten.

so habe ich im laufe der zeit einigen „alten“, manchmal auch recht unansehlichen dingen wieder zu prunk und glanz verholfen, wie beispielsweise dem unterteil einer alten nähmaschine.

nach dem sandstrahlen und lackieren dient es nun als waschtisch.

auch diverse „rosige“ lampen, die „bunt“ nicht mehr gefielen, strahlen jetzt in schönstem RAL 9010, was bestens zu fenstern und türen und zur gegenwärtigen leidenschaft für den hellen, auch als „skandinavisch“ bezeichneten, stil passt. farbumsprühungen müssen auch im vorfeld nicht drahtgebürstet werden.

manchmal schimmert dann noch ein bisschen von der ursprünglichen rosigen farbe durch.

kreative schübe und ergebnisse wirken entschleunigend auf mich. ich kann mich dann in meine arbeit vertiefen und vergesse alles rings um mich herum, was in fällen von häuslichem hader mit jungsprössenden unarten in höchstem maße befreit.

es empfiehlt sich, besonders für wenig armtrainierte alte schachteln, während des sprühens immer wieder schöpferische pausen einzulegen, da sonst hand und unterarm am nächsten tag einem ärgeren muskelkater anheim fallen könnten.

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